Bouldern und Klettern

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Bouldern für Anfänger

Bei anderen Arten des Kletterns gibt es Anforderungen, die beim Bouldern wegfallen. Höhenangst spielt keine Rolle, denn es geht ja nicht darum, möglichst hoch zu klettern und eine geringe Höhe ist für einen möglichen Absprung Voraussetzung. Ein Seil zur Absicherung, dessen Handhabung nicht jedem leicht fällt, wird hier ebenfalls nicht benötigt. Zudem ist man beim Indoorbouldern unabhängig vom Wetter und benötigt keinen Partner zur Absicherung. Somit ist Bouldern jederzeit und bei jedem Wetter machbar. Zudem geht es bei dieser Extremsportart nicht darum, einen bestimmten Punkt oben an der Wand zu erreichen. Hier ist der Weg das Ziel, denn jeder Griff, den man unter oft großer Anstrengung erreicht hat, ist ein Sieg über sich selbst. Und genau das ist es, was Bouldern für Anfänger so beliebt macht und dafür sorgt, dass es immer mehr Menschen ausprobieren. Es ist die Lösung von Problemen in einer Kletterwand. Das ist gut für das Selbstbewusstsein und vermittelt positive Gefühle. Diese erlebt man nicht alleine, obwohl jeder für sich den nächsten Griff bewältigen muss. Denn Gemeinsamkeit verbindet und so unterstützen sich die Boulderer in der Halle gegenseitig mit Tipps, Zuspruch und Freude. Teilweise kennt man sich vor dem gemeinsamen Klettererlebnis nicht und letztlich muss auch jeder selber seine Strecken klettern und die Boulderprobleme lösen. Doch die Gemeinschaft schweißt zusammen und völlig Fremde beginnen, sich gegenseitig anzufeuern.

VERLETZUNGEN VERMEIDEN

Boulder Parcours sind in der Regel bis zu 7 Meter hoch. Da hier ohne Sicherung geklettert wird, ist die Verletzungsgefahr natürlich deutlich höher, als beim gewöhnlichen Klettern, auch wenn die dicken Sicherheitsmatten in einer Halle den Sturz abfedern. Herunter fallen möchte also niemand. Vermeiden lässt es sich aber in der Regel nicht, daher helfen weitere Sicherheitsmaßnahmen, um Verletzungen oder schmerzhafte Ereignisse zu vermeiden. Da beim Bouldern der Boden nicht weit entfernt ist, sind Sicherungsgeräte sowie Gurte unnötig. Sie behindern nur und verursachen im schlechtesten Fall eher Blessuren. Allgemein gilt: Harte Gegenstände sollten sich nicht am Körper befinden. Es empfiehlt sich zudem, die Hosentaschen zu entleeren. Bouldern für Anfänger setzt voraus, dass derjenige etwas Kraft mitbringt, um den Spaß voll auskosten zu können – und Klettererfahrung aus anderen Bereichen. Wenn bereits Verletzungen oder Überbelastungen des Körpers vorliegen, sollte man allerdings vorsichtig sein und gegebenenfalls ärztlichen Rat einholen, ob dieser Sport passend ist. Zudem ist es wichtig, sich vor der großen Kraftanstrengung gründlich aufzuwärmen, um der Verletzungsgefahr vorzubeugen, die ein solch anspruchsvoller Sport nun mal mit sich bringt. Leichtes Routenklettern ist eine gute Möglichkeit, den Körper vorzubereiten, ebenso wie Seilspringen. Viele Leute denken, das Klettern alleine wärmt auf, aber dies ist ein Trugschluss. Grundsätzlich gilt, dass man sich erst allgemein aufwärmen muss, bevor eine Phase der Dehnung folgt. Erst danach sollte das Einklettern erfolgen.

NACH VORLAGE ODER NACH FANTASIE – BOULDERN ALS JEDEN GESCHMACK

Leichte Boulder zu gehen, macht für den Anfang Sinn – je nach eigener Kraft und Kondition. Die meisten Kletterer finden aber rasch Spaß daran, die eigenen Grenzen auszutesten. Und Bouldern lässt dies zu, da die Sportart so viele individuelle Strecken zulässt. Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Anfänger sind oft ganz dankbar, wenn sie für den Start noch Hilfe bekommen und vorgegebene Boulder vorfinden. In manchen Einrichtungen weisen Boulder in verschiedenen Farben den Weg, wobei die am niedrigsten liegenden Startgriffe den Einstieg bedeuten und der Topgriff ganz oben das Ziel bedeutet. Doch einige Hallen haben keine bestimmten Strecken für das Bouldern vorgegeben. Hier ist einfach ein Bereich mit einer ausgesprochen großen Anzahl Griffe versehen worden, der viel Spielraum für eigene Ideen lässt. Wer mit dem Bouldern beginnt oder neu in der Halle ist, kann andere Sportler nach ihrem liebsten Boulder fragen und sich Tipps holen oder sich selber einen Boulder ausdenken. Anfangs kann sich aber kaum vorstellen, in dem Gewirr von Griffen eine passende Route zu erkennen. Da ein Boulder aus nur 5 Zügen bestehen kann, sollte man durchaus klein anfangen. Oft lohnt es auch, von oben nach unten zu denken: Sich einen Boulder als Ziel auszusuchen und dann einen Weg dorthin zu suchen, ist manchmal sinnvoller, als von unten zu planen. Und ausprobieren ist ebenfalls eine gute Methode, um den richtigen Boulder zu finden.